GEMA gefährdet kulturelles Brauchtum?



Massive Proteste aus den Mitgliedsvereinen


Bitte beachten Sie, dass der von Ihnen aufgerufene Artikel aus unserem Archiv stammt. Er könnte daher nicht mehr aktuelle Informationen enthalten. Der Artikel gehörte vom 08.05.2012 bis zum 25.07.2012 zu den aktuellen Seiten unserer Webpräsenz.



Das Logo der GEMA Nein, es ist kein verspäteter Aprilscherz, die GEMA hat angekündigt, ihre Tarife zum 01. Januar 2013 zu ändern. Glaubt man zunächst der Presserklärung vom 29. März 2012, so könnte man meinen, die GEMA würde aus ihrem bisherigen Tarifdschungel eine zeitgemäße und übersichtliche Tariflandschaft ins Leben rufen. Wer sollte auch schlechtes dabei denken, wenn von der GEMA angekündigt wird, dass zu den Zielen der neuen Strategie, insbesondere die Ausgewogenheit der Tarifstruktur sowie die Vereinfachung der Tariflandschaft gehören.

Doch wer sich mit diesem Thema intensiv auseinander setzt, muss unweigerlich feststellen, dass die als sozial und gerecht angepriesene Tarifreform nichts anderes als eine große Mogelpackung ist. Man hat dieser schamlosen Abzocke einen wohlklingenden Namen verpasst und der sollte heißen: „Seht wir meinen es doch nur gut mit Euch, und ihr sollt auch noch davon finanziell profitieren“.

Wer hat sich in diesen Zeiten nicht an drastische Gebührenerhöhungen gewöhnt und wer ärgert sich nicht über überzogene Spritpreise? Nun glaubt die GEMA man müsse sich auch in die Galerie der Abzocker einreihen.

Wir, Ihr RKK Dachverband sagen STOP zu diesem Vorgehen und melden bereits unter schärfstem Protest unser NEIN zu einer solchen Tarifänderung an.

An einem Beispiel wollen wir verdeutlichen, dass durch die künftige Tarifstruktur eine Verdopplung wenn nicht sogar eine Verdreifachung der GEMA Gebühren die Folge sein wird. Für eine mittelgroße Halle wurde bisher ein Betrag in Höhe von 495 Euro gezahlt. Nach der neuen Tarifordnung würde für eine fünfstündige Sitzung 1050 Euro und danach bis zu 8 Stunden ein Betrag von 1575 Euro an die GEMA abgeführt werden müssen.

Schnell könnte man in den Chor einstimmen: „Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt“? Und das Echo aus der anderen Ecke könnte lauten: „Wir nicht, denn wir sind pleite und können keine Veranstaltungen mehr ausrichten“.

 Wenn schon eine Tariferhöhung, dann bitte ausgewogen und mit Rücksicht auf die Vereinslandschaften. Es kann und darf nicht angehen, dass eine maßlos überzogene Tarifreform das AUS für viele Vereine sein wird.

Unter Nr. IV 1. (Nachlässe) der Vergütungssätze M-V heißt es, dass bis 15 Veranstaltungen kein Nachlass eingeräumt wird. Erst ab der 16. Veranstaltung wird ein Nachlass von 10 % eingeräumt. Für 90 % unserer Mitgliedsvereine bedeutet dies, dass kein Nachlass gewährt werden wird. Unsere Forderung beinhaltet, dass in einem Rahmentarifvertrag für RKK Mitgliedsvereine ab 3 Veranstaltungen weiterhin ein Nachlass von 20 % gewährt wird sowie Wegfall der Veranstaltungsbegrenzung auf 5 Stunden und eine sozialverträgliche Novellierung der Tarifstrukturen.

Zu den ersten Schritten unserer Kampagne wird gehören, dass wir unseren Unmut in allen öffentlichen Medien ankündigen. Bereits in der Planung ist eine im Fernsehen ausgestrahlte Podiumsdiskussion mit Vertretern der GEMA, Politikern und Vereinsvertretern.

Die Vorbereitungen hierfür laufen bereits auf Hochtouren.

Weil es um uns alle geht, sollten auch Sie unseren Protest unterstützen. In den nächsten Tagen wird Ihnen zu diesem Thema ein Fragebogen zugesandt. Im Interesse uns aller bitten wir Sie, diesen Fragebogen auszufüllen und umgehend an die Geschäftsstelle zurückzusenden. Alternativ hierzu können Sie uns die Informationen auch über unsere Webseite zukommen lassen. Mit diesen Informationen können wir unsere Forderung gegenüber der GEMA begründen und in letzter Konsequenz auch verlangen.

Durch die maßlose GEMA Tariferhöhung sehen wir unser Brauchtum Karneval ernsthaft in Gefahr. Viele Vereine stehen bereits mit dem Rücken zur Wand und können nur durch Spenden und Sponsorenaufkommen ihre jährlichen Veranstaltungen durchführen, ohne dass sie dabei einen Gewinn erzielen. Die Erhöhung der GEMA-Gebühren würde für diese Vereine das endgültige AUS bedeuten. Unsere Aufgabe muss es daher sein, dieses Szenario zu verhindern.

Mit freundlichen und karnevalistischen Grüßen
Ihr RKK Vorstand

v.i.S.d.P. Hans Mayer

Hier kommen Sie zur Online-Umfrage der RKK wegen der GEMA-Tarifreform.